Drei Monate Fabrikarbeiter und Handwerksbursche: Sozialreportage aus Industriealltag, Handwerkswanderschaft und Arbeitermilieu im Kaiserreich (in German)
Drei Monate Fabrikarbeiter und Handwerksbursche: Sozialreportage aus Industriealltag, Handwerkswanderschaft und Arbeitermilieu im Kaiserreich (in German)
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Drei Monate Fabrikarbeiter und Handwerksbursche: Sozialreportage aus Industriealltag, Handwerkswanderschaft und Arbeitermilieu im Kaiserreich (in German)
Synopsis "Drei Monate Fabrikarbeiter und Handwerksbursche: Sozialreportage aus Industriealltag, Handwerkswanderschaft und Arbeitermilieu im Kaiserreich (in German)"
Drei Monate Fabrikarbeiter und Handwerksbursche ist eine frhe sozialreporterische Studie des deutschen Kaiserreichs, in der Ghre seine zeitweilige Arbeit in Fabrik und Wanderhandwerk als teilnehmende Beobachtung darstellt. Nchtern protokollierend und zugleich moralisch engagiert, beschreibt er Arbeitsrhythmen, Lhne, Wohnverhltnisse, Kameradschaft, Entfremdung und religise Distanz der Arbeiterschaft. Literarisch steht das Buch zwischen Erfahrungsbericht, Sozialenqute und reformprotestantischer Zeitdiagnose; sein Rang liegt in der Verbindung empirischer Genauigkeit mit erzhlerischer Anschaulichkeit. Paul Ghre, als evangelischer Theologe ausgebildet und spter Pfarrer, gehrte zu jenen brgerlichen Intellektuellen, die die "soziale Frage" nicht aus Akten, sondern aus unmittelbarer Nhe verstehen wollten. Seine praktische Erkundung entsprang seelsorgerlichem Interesse, wissenschaftlicher Neugier und dem Bewusstsein, dass Kirche und Brgertum die moderne Arbeiterschaft weithin verloren hatten. Ghres sptere Hinwendung zu sozialreformerischen Positionen und zur Sozialdemokratie verleiht dem Text rckblickend besondere biographische Schrfe. Empfohlen sei das Werk allen, die die Entstehung moderner Sozialforschung, die Literatur des Naturalismus und die politischen Spannungen des Kaiserreichs studieren. Es bietet keine neutrale Statistik, sondern ein reflektiertes Dokument der Annherung: gerade seine subjektive Perspektive macht sichtbar, wie tief Klassenunterschiede Alltag, Sprache und Glauben prgten.