Katharina II, die Zarin der Lust: Hofintrigen, Macht und Begehren im Russischen Reich des 18. Jahrhunderts (in German)
Synopsis "Katharina II, die Zarin der Lust: Hofintrigen, Macht und Begehren im Russischen Reich des 18. Jahrhunderts (in German)"
In Sacher-Masochs "Katharina II, die Zarin der Lust" wird die russische Herrscherin nicht blo als historische Machtfigur, sondern als Chiffre eines Zeitalters gelesen, in dem Aufklrung, Hofintrige und sinnliche Selbstbehauptung ineinandergreifen. Der Text verbindet historisierende Darstellung mit psychologischer Zuspitzung und jener khlen, zugleich elektrisierten Prosa, die Sacher-Masochs Erkundungen von Begehren, Abhngigkeit und Herrschaft prgt. Im Kontext des europischen historischen Erzhlens des 19. Jahrhunderts erscheint Katharina als Projektionsflche politischer wie erotischer Imagination. Leopold von Sacher-Masoch, 1836 in Lemberg geboren, war ein sterreichischer Schriftsteller, dessen Werk von Grenzrumen geprgt ist: kulturell zwischen Galizien, Wien und dem Osten Europas, thematisch zwischen Sozialbeobachtung, Geschichte und Erotik. Seine Faszination fr starke Frauenfiguren, ritualisierte Machtverhltnisse und die Ambivalenz der Hingabe konnte in der Gestalt Katharinas II. eine besonders geeignete historische Verdichtung finden. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Stoffe nicht als bloe Chronik, sondern als literarische Versuchsanordnung verstehen. Es erffnet einen aufschlussreichen Zugang zu Sacher-Masochs Denken ber Macht, Geschlecht und Inszenierung und bleibt gerade dort anregend, wo es Geschichte in psychologische und symbolische Spannung berfhrt.