Praktiken der Selbstbestimmung: Zwischen Subjektivem Anspruch und Institutionellem Funktionserfordernis (in German)
Synopsis "Praktiken der Selbstbestimmung: Zwischen Subjektivem Anspruch und Institutionellem Funktionserfordernis (in German)"
Der Sammelband fokussiert die multiplen Inanspruchnahmen eines selbstverantwortlichen, sich und seine Praxis reflektierenden und ?optimierenden? Subjekts sowie die Folgen seiner potenziellen Überforderung, wie sie in den letzten Jahren in einer Vielzahl von Zeitdiagnosen thematisiert worden sind. Diese wachsende Inanspruchnahme resultiert dabei, so die These, aus dem Grundversprechen der Moderne, prinzipiell allen Menschen eine selbstbestimmte, autonome Lebensführung zu ermöglichen, welches offenbar nicht nur ein kulturelles Anspruchsmoment darstellt, sondern zur strukturellen Funktionsvoraussetzungen zentraler Basisinstitutionen westlicher Gegenwartsgesellschaften geworden ist. Mit dem Ziel, ein einheitliches Instrumentarium zur Analyse von Krisendynamiken zu präsentieren, führt der Band auf einmalige Weise empirische Befunde und theoretische Überlegungen zusammen, welche die Beziehungen, Veränderungen und potenziellen Spannungen zwischen (autonomer) Handlungspraxis und institutionellen Handlungsanforderungen in konkreten gesellschaftlichen Teilbereichen und Organisationen thematisieren. Die einzelnen Beiträge beleuchten an je unterschiedlichen Schnittstellen in den Feldern Wohlfahrtsstaat, Politik und Wissenschaft das Ineinandergreifen von Handlungspraxis auf der einen und institutionellem Kontext auf der anderen Seite, um nach Konflikten und Spannungen im Zusammenspiel beider Ebenen sowie deren Bearbeitung zu fragen. So entsteht ein beeindruckendes Gesamtbild gegenwärtiger Krisendynamiken, die sich unter dem Sammelbegriff der Autonomiekrise versammeln lassen. Gemeint sind damit sowohl Krisen auf der Subjektebene als auch organisationale Funktionsstörungen, die auf ein gestörtes Verhältnis zwischen subjektseitigen Autonomieansprüchen und institutionellen Autonomieanforderungen hindeuten.