"Wir waren sechs, die lebten. Und Lori, die auf dem Grund der Ostsee ruht."
Anousch Muellers Roman Lori erzhlt von einer Familie, die an den politischen Verwerfungen ihrer Zeit zu zerbrechen droht und von den Nachwirkungen des Unausgesprochenen, die sich durch die Generation der Kinder ziehen wie Haarrisse, deren Ursprung niemand kennt. Mit psychologischem Feingefhl und enormer Intensitt erzhlt Mueller eine Geschichte ber Schuld und Verdrngung, Sprachlosigkeit und Verlust - und ber den tastenden Versuch, Wahrheit zuzulassen.
Thringen, 1995. Auf einem verlassenen Bahnhof wchst Helena Ross, genannt Leni, mit ihren fnf Geschwistern auf. Seit sie denken kann, sprt sie, dass etwas nicht stimmt: Weshalb ist ihre Mutter so khl, ihr Vater voller Sorge? Was hat es mit den Narben an den Hnden ihrer Eltern auf sich? Warum lsst ihr Gedchtnis sie im Stich? Als Leni den Mutterpass ihrer Mutter findet, entdeckt sie, dass ihr Gefhl sie nicht trgt. Als junge Frau macht sie sich auf die Suche nach dem Geheimnis, das ihr Leben bestimmt. Im Zentrum des Geheimnisses steht ihre Schwester Lori und die Frage, was mit ihr geschah. Die Suche nach Antworten fhrt sie bis in die frhen siebziger Jahre der DDR zurck.